Vom Brandenburgerhaus aus machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf auf die Weißseespitze. Mit 3.518 Meter ist sie nur ca. 300 Höhenmeter höher als das Brandenburgerhaus, auf dem wir übernachtet haben. Insgesamt halten sich also die Anstiege in Grenzen und es könnte ein ganz entspannter Tag werden.

Ziel: Weißseespitze

Nachdem wir von der Felskanzel des Brandenburgerhauses abgestiegen sind, Seilen wir uns an und es geht in gemütlichem Auf und Ab über den Ferner. Das Ziel ist in Sichtweite, die Oberfläche noch gefroren (2 Grad) und keine Spur von der gestrigen Sumpflandschaft. Auch die Schneebrücken halten.

Nach sehr gemütlichen zwei Stunden stehen wir auf dem Gipfel der Weißseespitze, mit uns zahlreiche andere Seilschaften, die aus allen Richtungen auf die Aussichtskanzel strömen. Gut können wir das Kaunertal, den Reschensee, die Silvretta und den Ortler mit Königspitze und Cevedale sehen. Gegenüber grüßt die Weißkugel.

Nach ausgiebiger Gipfelrast geht es im Eis hinab in Richtung Richterweg. Die Weißkugelhütte ist unser Ziel für diesen Tag (gpx-Track der Tour). Hier ist es nicht ganz so ruhig und beschaulich wie am gestrigen Abend, wird die Hütte doch von vielen Tagesgästen besucht. Doch am späten Nachmittag sind wir fast alleine, neben uns übernachten nur noch sechs weitere Personen.

Am nächsten Tag geht es zurück ins Kaunertal. Über das Falgin-Joch möchten wir wieder nach Österreich wechseln. Zunächst im gemütlicher Höhenbummelei, dann entlang eines Hochtals und dann immer steiler über Blockgelände, dann im splittrigem Fels gelangen wir auf den Grenzgrat.

Dort begrüßen uns Hubschrauber, die im 60-Sekunden-Intervall Beton für die neue Seilbahnstation der Kaunertalbahn anliefern. Was für ein Zirkus für den Skizirkus – und was für eine Naturverschwendung. Ein bißchen geschockt sind wir schon, waren wir vor 20 Minuten noch inmitten einer intakten Naturlandschaft, jetzt aber zwischen Baggern, Betonmischern und Sandalentouristen, die die „begehbare Gletscherspalte“ besuchen wollen. Also nichts wie weg hier, Natur möchte ich anders erleben.