Zweite Etapppe unserer Klettersteigrunde in den Dolomiten. An vier Tagen folgen wir alten Wegen und Kriegssteigen. Heute starten wir beim Rifugio Carducci und haben die Dreizinnenhütte zum Ziel.

Voller Stolz erklärt mir der Hüttenwirt, dass er die Via Ferrata Severino Casara eingerichtet und damit eine attraktive Alternative zum üblichen Wanderweg zur Dreizinnenhütte kreiert hat.

Nach einem kurzen Zustieg startet die Ferrata mit einem ersten Highlight, einem Brückchen. Entlang an Bändern, immer wieder unterbrochen durch Gehgelände, schlängelt sich der Weg um die Punta Maria. Obwohl nie richtig schwierig, sind doch einige knackige Stellen dabei. Zwei mal muss man im oberen 3. Grad klettern – sofern man sich nicht nur am Seil hochziehen möchte. Und dann eine Engstelle mit einer kurzen Kriechstelle. Je nach Körpergröße und Fülle des Rucksacks muss man hier tatsächlich auf allen Vieren durch.

Nach dem Bivacco Toni endet der Klettersteig und man trifft auf den Wanderweg 107, der uns entlang alter Stellungen zum Büllelejoch führt. So langsam wird es touristischer, wir treffen nach Stunden mal wieder Menschen. Die Drei Zinnen tauchen auf und zeigen uns ihren schönen Rücken (oder Bauch – je nach Standort des Betrachters).

Den kurzen Kriegsklettersteig oberhalb der Bülleljochhütte lassen wir rechts liegen und machen uns direkt auf den Weg zur Dreizinnenhütte. Dort angekommen, werden wir mit AC/DC aus der Boombox begrüßt – ein irrer Menschenauflauf. Abseits suchen wir uns ein Plätzchen und genießen die bombastische Aussicht. Zum Glück kehrt dann allmählich etwas mehr Ruhe ein, die Tagestouristen haben sich ins Tal verzogen.

Etwas skeptisch war ich ja bezügllich der Dreizinnenhütte schon, aber insgesamt passt die Hütte gut. Das Essen war gut, das Frühstück reichhaltig und das Personal aufmerksam. Pluspunkt zudem, dass wir mit unserer Gruppe in einem Nebengebäude untergebracht waren. Insgesamt also tatsächlich eine gute Übernachtungsmöglichkeit zu einem noch fairen Preis (60,– mit Halbpension).