Dritte Etapppe unserer Klettersteigrunde in den Dolomiten. An vier Tagen folgen wir alten Wegen und Kriegssteigen. Heute starten wir bei der Dreizinnenhütte / Rifugio Locatelli und haben die Zsigmondyhütte / Rif. Comici zum Ziel.

Der Wetterbericht kündigt für den frühen Nachmittag Niederschlag und örtlich Gewitter an. Daher passen wir in Absprache mit den Teilnehmern kurzerhand das Programm an und lassen die Klettersteige am Toblinger Knoten aus. Dafür gehen wir gleich in Richtung Paternkofel. Wie sich später herausstellt, was das wohl eine gute Entscheidung, da wir eine der ersten Gruppen auf dem Gipfel sind und zumindest beim Paternkofel nicht im Stau stehen.

Kurz nach Verlassen der Dreizinnenhütte und etwas nach dem Frankfurter Würstel verschwindet der Weg in einem Tunnel. Hohe Stufen führen durch den in den Fels gehauenen Tunnel – was für eine Leistung, um dem Beschuss von Scharfschützen zu entgehen. Nach etwa 400 Metern endet der Tunnel und der Klettersteig auf den Paternkofel beginnt. Von der Hütte aus ist der Paternkofel ein steiler Zahn, bei dem man sich fragt, wie hier eine vergleichsweise leichte Tour auf den Gipfel möglich sein soll. Es gibt sie – der Klettersteig erreicht maximal den Schwierigkeitsgrad B/C. Schwierig wird es nur bei Gegenverkehr, aber auch dafür gibt es Lösungen.

Der Gipfel ist schnell erreicht – von dort wunderbarer Rundumblick bis hin zum Großglockner. Unzählige Gipfel wollen bestimmt werden, daher fällt der Aufenthalt etwas länger aus. Trotzdem drängt die Zeit und wir steigen in die Gamsscharte ab und gehen den Schartensteig in Kolonne und Stau in Richtung Büllelejoch. Auch hier überrascht immer wieder die Wegeführung entlang von Bändern. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus und haben große Hochachtung vor den Männern, die diese Wege angelegt und unter unwirtlichen Bedingungen hier gekämpft haben.

An der Büllelejochhütte kehren wir ein, soviel Zeit muss sein. Da sich das Wetter aber zunehmend verschlechtert, fällt die Pause nicht allzu lang aus. Zum Rif. Comici geht es nur noch bergab, der Weg ist gut ausgebaut und nicht zu verfehlen. Ein bißchen Pflanzenkunde verkürzt den Abstieg. Am Rif. Comici begrüßen uns Maxi und Mimi, die beiden Hausesel der urigen Hütte. Mit einem leckeren Essen lassen wir den Tag ausklingen.